
Urgestein des Bossa Nova. João Gilberto gilt als "O Rei da Bossa" (König des Bossa). Seine Aufnahmen
bilden einfach den Kern des Bossa Nova. So klar hat es nach ihm wohl niemand mehr hinbekommen die
Atmosphäre in Musik zu fassen. "Entdeckt" wurde er für die Welt ausserhalb Brasiliens von Stan Getz, einem
der berühmtesten Jazz-Trompeter der USA.
Und gleich die zweite Legende... Astrud Gilberto war die erste Frau von João Gilberto und hat mit
ihrer Stimme viel von der Stimmung des Bossa Nova ausgemacht. Immer wenn man "The Girl from Ipanema"
hört, denkt man unweigerlich an diese Frau. Sie ist einfach die Frau des Bossa Nova.
Antonio Carlos Jobim. Er gehört mit João Gilberto zu den "Erfindern" des Bossa Nova, sofern man soetwas
überhaupt erfinden kann. Viele der klassischen Bossa Nova Stücke sind seine Kompositionen. Unter anderem auch
das oben schon erwähnte "The Girl from Ipanema", welches durch João & Astrud Gilberto's Interpretation weltberühmt
wurde.
Oft verkannt wegen der deutlich eingänglicheren Art des Bossa Nova, die er prägte: Sergio Mendes & Brasil '66.
In der zweiten Hälfte der 60er Jahre zählten sie jedoch zu den meistverkauftesten brasilianischen Künstlern in den USA.
Die Melodien die Sergio Mendes arrangiert gehen deutlich leichter ins Ohr, als der Bossa Nova wie Gilberto, et al. ihn
schrieben. Heute würde man Pop dazu sagen. Auch Cover bekannter Songs wie "Daytripper" von den Beatles waren für Sergio Mendes möglich.
Auch hier half übrigens wieder Stan Getz für die ersten Schritte außerhalb Brasiliens.
Der Bossa Nova ist kein reines Phänomen der Sechziger. Es gibt jede Menge Gruppen die
ihn heute noch spielen.
Es bilden sich Mischungen wie der Nu Bossa, der um einiges schneller daherkommt. Zu nennen wären hier
zum Beispiel Jazzamor. Aber auch bekannte Namen finden sich wieder:
Bebel Gilberto, die Tochter von João Gilberto und Miúcha, seiner zweiten Frau,
singt fleißig mit. Ihr Album "Tanto Tempo" hat hier Maßstäbe gesetzt.
Genau wie Jazzamor kommen auch Zona Sul aus Deutschland. Die waren auch unlängst in Darmstadt zu sehen, ich habe es aber leider verpasst. Was man aber auf der Webseite anhören kann ist auf jedenfall vielversprchend. *grins*
Ihr seht: Der Bossa Nova ist auf keinen Fall tot. Selbst Gruppen wie Pizzicato Five aus Japan greifen ihn auf, ja nennen gar ein ganzen Album so. ("Bossa Nova 2001")